Puco ist ein Gespenst, und zwar eines, das sich von etwas Seltsamem ernährt: von der Fantasie der Menschen. Davon gibt es nicht immer genug, denn viele haben das Staunen verlernt. Doch dann trifft Puco auf Edda, eine junge Lehrerin, die geduldig und warmherzig jede seiner Fragen ernst nimmt – und davon hat ein jahrhundertealtes Nachtwesen, das noch nie die Sonne gesehen hat, eine ganze Menge. Wie sieht das Licht aus? Wer war Johann Sebastian Bach? Und wie passen bewegte Menschen in einen flachen Kasten, den man Laptop nennt? Episode für Episode erkunden die beiden gemeinsam die Welt: Buchstaben und Musik, Stadtgeschichte und Architektur, den Lauf der Jahreszeiten und den Lauf des Lebens.
Hinter den heiter erzählten Episoden steckt eine stille Frage: Was geschieht, wenn jemand die Welt zum ersten Mal betrachtet – und uns dabei zwingt, sie selbst noch einmal neu zu sehen? Puco versteht nichts von dem, was für uns selbstverständlich geworden ist, und gerade deshalb bringt er es zum Leuchten. Das Buch erzählt davon, dass Erklären eine Form von Zuneigung ist und dass Neugier die Grundlage jeder Freundschaft sein kann.
Ein Buch für Kinder, die Fragen stellen, und für Erwachsene, die sich daran erinnern wollen, wie das war. Mit zahlreichen Kinderzeichnungen von Puco, die das Gespenst so zeigen, wie nur Kinder es sehen können.
Erstaunt hat mich doch, wie wißbegierig Puco ist. Dass ein Gespenst Lesen und Schreiben lernt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Puco ist clever, hat eine schnelle Auffassungsgabe und auch noch gute Umgangsformen, sehen wir von den Gespensterstreichen mal ab , das gehört aber nun mal zu einem Gespenst dazu.
Nun dachte ich immer, dass es auf einer Burg rau zugeht - also, wo lernt ein Gespenst gutes Benehmen?
Viele simple Fragen, die so ein Gespenstchen haben kann, wurden aufgegriffen und „gespenster“-gerecht beantwortet - es ist einfach eine Freude zu lesen.
Die Kapitel sind kurz, lesen sich gut und sie machen neugierig, wie die Geschichte weitergeht. Es ist überhaupt nicht WANGLEILICH .
Auch die Illustrationen sind wieder sehr gut gelungen. Dass das Ende offen gehalten wird, ist besonders interessant. Vielleicht geht die Geschichte ja in Erfurt weiter??