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Der kleine König Korona

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Ein modernes Märchen über Angst, Anstand und die kleinen Absurditäten, aus denen große Geschichten entstehen.

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Ein Husten im Treppenhaus, und das Mietshaus ist leer. So beginnt diese Tagebuch-Satire, die den Ausnahmezustand nicht aus der Vogelperspektive beschreibt, sondern von ganz unten – aus der Wohnung einer Frau, deren Nachbarn vor ihr fliehen, deren Hausarzt nicht erreichbar ist und deren Alltag sich in ein absurdes Hofzeremoniell verwandelt. Christiane Meusel erzählt die Geschichte der Pandemie als modernes Märchen: mit einem kleinen König, der über Angst und Gehorsam regiert, mit Untertanen, die zwischen Hamsterkäufen und Hysterie ihre Fassung verlieren, und mit einer Erzählerin, die all dem mit wacher Verwunderung zusieht.

Hinter dem Humor liegt etwas Ernstes. Dieses Buch handelt davon, wie schnell Nachbarschaft in Misstrauen kippt, wie bereitwillig Menschen ihre Mündigkeit abgeben und wie dünn die Schicht ist, die Anstand von Panik trennt. Meusel schreibt mit Zärtlichkeit für ihre Figuren und mit Schärfe für die Verhältnisse, die sie hervorbringen. Keine Abrechnung, keine Besserwisserei im Nachhinein – eher die genaue Beobachtung dessen, was mit Menschen geschieht, wenn die Angst regiert und die Sprache dafür noch fehlt.

Ein Buch für alle, die sich an jene Monate erinnern und dabei nicht nur die Schlagzeilen wiedererkennen wollen, sondern das Gefühl dahinter. Und die bereit sind, darüber zu lachen – auch über sich selbst.

5,0 1 Leserstimme
Magnus Franz
„Der kleine König Korona“ von Christiane Meusel ist kein leichtes Büchlein, sondern eine witzig-satirische Sammlung von Miniaturen aus der Coronazeit. Mit scharfem Blick und liebevoller Ironie verwandelt die Autorin Isolation, Hamsterkäufe, Maskenball und Denunziantentum in kleine Theaterstücke

Was das Buch stark macht, ist die Mischung aus Humor und Tiefsinn: Es nimmt den Wahnsinn der Jahre 2020/21 ernst, ohne je schwerfällig zu werden. Stattdessen öffnet es mit feinem Spott eine Tür zum Schmunzeln und Nachdenken. Die Geschichten lesen sich wie ein Tagebuch der absurden Wirklichkeit, gewürzt mit Sprachwitz und überraschenden Pointen.

Fazit: Ein Buch, das Mut macht, weil es zeigt, dass selbst in dunklen Zeiten Humor eine Überlebensstrategie sein kann. Empfehlenswert für alle, die die Corona-Jahre nicht verdrängen, sondern augenzwinkernd verstehen wollen.

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