Das Jahr 531. Die Franken haben das Thüringer Königreich zerschlagen, seine Gebiete westlich der Saale besetzt, seine Macht gebrochen. König Herminafrid regiert nur noch über einen Rumpfstaat zwischen Saale und Elbe – und klammert sich an das Angebot der Sieger, als Vasall wenigstens Teile des Verlorenen zurückzugewinnen. Er reist nach Zülpich, in die Stadt der Franken, zu Verhandlungen, deren Ausgang ungewiss ist. In seinem Gefolge: der junge Siegbert, dritter Sohn eines Gaugrafen, der zwei Jahre zuvor bei Eisenach im Kampf gegen eben jene Franken gefallen ist. Siegbert trägt das Erbe seines Vaters mit sich – und eine Wachsamkeit, die ihn vor dem bewahren könnte, was in Zülpich auf die Thüringer wartet.
Herbert Schida erzählt von einem Volk, das zwischen Unterwerfung und Untergang nach einem dritten Weg sucht. Sein Roman stellt die Frage, was Treue bedeutet, wenn die Macht, der man die Treue hält, selbst am Abgrund steht. Und was von einem Königreich bleibt, wenn seine Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Die weißen Pferde, deren Spur der Titel folgt, sind dabei mehr als ein Motiv – sie sind das Zeichen einer Welt, die im Verschwinden begriffen ist.
Ein historischer Roman für Leser, die sich für das frühmittelalterliche Thüringen jenseits der Klischees interessieren – für die dunklen, quellenarmen Jahrhunderte, in denen sich entschied, was aus der Mitte Europas werden sollte.