Wenn Fußballprofis, Trainer und Funktionäre vor laufenden Kameras das Wort ergreifen, entsteht mitunter eine ganz eigene Sprachkunst. Franz Beckenbauer zählt drei Möglichkeiten, wo es nur zwei gibt. Andy Möller wird vom Gefühl her ein gutes Gefühl haben. Und Lothar Matthäus erklärt die Welt, wie nur er sie sieht. Stefan Wogawa hat die schönsten Blüten gesammelt, die das Fußballdeutsch über die Jahrzehnte getrieben hat – von der Bundesliga bis zur Nationalmannschaft, von der Pressekonferenz bis zum Spielfeldrand. Ein Zitatenschatz für fast jede Lebenslage, zusammengetragen mit Sinn für Komik und feinem Gespür für den Moment, in dem das Gesagte dem Gemeinten entwischt.
Was auf den ersten Blick nach harmlosem Versprecher klingt, offenbart bei näherem Hinsehen oft mehr, als den Zitierten lieb sein dürfte. Denn in der Unfreiwilligkeit dieser Sätze steckt etwas Wahrhaftiges: der Druck, immer etwas sagen zu müssen, wo Schweigen die klügere Wahl wäre. Die Fallhöhe zwischen Selbstgewissheit und sprachlicher Hilflosigkeit. Und die stille Erkenntnis, dass der Fußball zwar viele Helden hervorbringt, aber nur wenige Rhetoriker. Gut möglich, dass mancher der hier Versammelten insgeheim hoffte, der Mantel des Vergessens werde über seine Bemerkungen ausgebreitet. Doch das könnte ihm so passen.
Ein Buch für alle, die wissen, dass die besten Pointen ungeplant entstehen – und dass man den Fußball auch dann lieben kann, wenn man über ihn lacht. Besonders geeignet für lange Halbzeitpausen, zähe Verlängerungen und jene Abende, an denen das Spiel weniger hergibt als das, was hinterher darüber gesagt wird.