THK-Verlag Arnstadt UGSonntag, 15. März 2026
Medieninformation
Die Leipziger Buchmesse war immer der jährliche Höhepunkt im Verlagsgeschäft. In diesem Jahr findet sie vom 19. bis 22. März 2026 statt.
Für kleinere Regional- und Independent-Verlage, zu denen auch der THK-Verlag Arnstadt gehört, hat sich die Teilnahme an der Leipziger Buchmesse in den letzten Jahren aus mehreren strukturellen Gründen immer weniger gelohnt.
Für den THK-Verlag ist eine Teilnahme überhaupt nicht mehr möglich.
Ein zentraler Punkt sind die Kosten. Für kleine Verlage kostet der Messeauftritt für die vier Tage bis zu 10.000 EUR. Dies ergibt sich aus den Standgebühren, den Standbau und die Ausstattung, den Transport der Bücher, die Reise- und Hotelkosten für das Personal.
Für die Regionalverlage lassen sich diese Kosten durch Buchverkäufe oder Kontakte nicht erwirtschaften.
Ca. 30 Prozent des Umsatzes stehen den Verlagen für die Refinanzierung solcher Messeauftritte zur Verfügung. 70 Prozent entfallen auf die Buchproduktion.
7.500 EUR Tagesumsatz wären also die Mindestgrößenordnung, einfach nur illusorisch.
Denn die Leipziger Messe erschwert es zusätzlich den Regionalverlagen, Umsätze zu machen.
Die Leipziger Buchmesse ist traditionell eine Publikumsmesse mit über 200.000 Besuchern und einem breiten Veranstaltungsangebot.
Das hat Folgen. Die Besucher wollen Signierstunden, Stars und Events. Kleine Verlage ohne bekannte Autoren gehen im Trubel unter.
Es gibt auch kaum Fachkontakte mit dem Buchhandel und den Buchgroßhändlern.
Für kleine Verlage sind jedoch Kontakte zu Buchhandlungen, Lizenzhandel und internationale Kooperationen bedeutsam. Die gibt es in Leipzig aber kaum noch.
Die Medien und Besucher der Leipziger Buchmesse konzentrieren sich stark auf Bestseller-Autor*innen, große Verlagsgruppen und Prominentenlesungen.
Die Kleine Regionalverlage stehen seit einigen Jahren nicht mehr neben großen Verlagsgruppen sondern häufig in den Randlagen der Hallen und bekommen dadurch nur wenig Laufpublikum.
Die Leipziger Buchmesse entwickelte sich zunehmend zu einem großen Kultur- und Pop-Event.
Das zieht zwar viele Besucher an, die Stars oder Popkultur erleben wollen, aber kaum Interesse an unbekannte Autor*innen und Bücher haben.
Seit den 2010er-Jahren hat sich der Buchmarkt stark verändert. Große Verlagsgruppen dominieren das Marketing und die Sichtbarkeit.
Die große Buchhandelsketten bestimmen die Programme, auch die der Messen. Die Medien berichten überwiegend über Bestseller-Autor*innen aber nicht mehr über die Vielfalt des deutschen Büchermarktes.
Diese unerfreuliche Entwicklung muss beklagt werden. Es gibt aber auch, sich den daraus resultierenden Herausforderungen zu stellen.
Der THK-Verlag macht das seit 2013 und will so das Überleben sichern.
Mit regionalen Veranstaltungen und direkten Kundenkontakten unter aktiver Mitwirkung der Autor*innen werden die Umsätze, die zur Kostendeckung notwendig sind, erzielt.
Das funktioniert zwar, der das notwendige Kapital für größere Marketingprojekte kann dadurch nicht erwirtschaftet werden.
Damit kommt auch der THK-Verlag aus seiner begrenzten regionalen Verankerung nicht heraus.
Alternativ bedürfte es Investoren, die bereit wären, in Buchprojekte zu investieren, damit die intensiver vermarktet werden könnten.
In dieser Hinsicht ist der THK-Verlag noch nicht erfolgreich gewesen.
Doch aufgeben ist auch keine Option.
Frank Kuschel
Verlagsleiter
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